Kurz-Chronik des Dorfes

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verfasst von Kurt Hofmann

 Inhalt:

Gründung und erste Erwähnungen
Das Dorf in Lehen
Das Rittergut  
Industrielle Entwicklung
Die Schulgeschichte
Die Kirchengeschichte
Kriegseinwirkungen
Epidemien, Krankheiten, Seuchen...
Witterungsunbilden
Himmelserscheinungen
Andere Ereigmisse

Gründung und erste Erwähnungen  Top

 

Dazu gibt es unterschiedliche Ausagen. „Hohenleipisch wird bereits im 13. Jahrhundert als Pfarrort genannt. Dazu gehörten die Ortschaften Döllingen, Gorden und Oppelhain. Seit Alters her besteht eine massive Kirche, deren Turmfahne die Jahreszahl

1208

aufwies (5).

1388

Erste Erwähnung der Ortschaft als Dolgan

 

„Die Ersterwähnung des Ortes in einem undatierten Auszug aus einer nicht erhaltenen Lehnsurkunde läßt sich nur ungefähr zwischen

1388 u. 1418

datieren.

 

„Begründet ist Döllingen wahrscheinlich um 1200. Urkundlich erscheint es erst zwischen

1388 u.1419

im Obereigentum der Herzöge von Sachsen.“

Das Dorf in Lehen  Top       

 

Die sächsische Herzogin Offka als Besitzerin „von Schloß Liebenwerda mit aller zugehorunge“ vergibt Döllingen in Lehen an ihre Gefolgschaft.

1408

Pope und Conrad von Köckeritz haben das Dorf als Lehn

1438

Siegmund von Reichenbach verkaufte „Dolgen“ an die Brüder Hermann und Hans Schaff zu Falkenberg

1489

Georg von Hundorf erwarb das halbe Dorf

Das Rittergut  Top 

1598 

Gründung des Rittergutes durch Noah von Heuna aus Altbelgern anstelle fünf früherer Bauerngüter. Familie Heuna, auch Heun genannt, hat das Rittergut in Besitz bis

1618

 

1672

Besitzer Erbherr Görner hat bereits 9 Hufen in Besitz

1720

Hauptmann Adolf von Lindenau Eigentümer des Rittergutes

1760

Hauptmann von Dallwitz Eigentümer des Rittergutes.

1773

von Gablenz Eigentümer des Rittergutes, Erbe und Schwiegersohn des von Dallwitz. Danach folgen die bürgerlichen Eigentümer:

Dieke
Görne.
1833

am 8./9. Oktober Brand im Gutshaus

1837

Rittergut brennt ab. Betroffen sind das Herrenhaus, die Verwalterwohnung, zwei Scheunen, Wagenschuppen, Branntweinbrennerei, Pferde-, Vieh-,  Zuchtvieh und Schweineställe, Schäferwohnung, Backhaus, Ziegelstreicherwohnung, Ziegelscheune und Brennofen. Darüber hinaus eines Häuslers Haus und Stall.

Danach Wiederaufbau.

1843

Amtmann Ohnesorge Eigentümer des Rittergutes.

1845

Umfasste das Gut 801 Morgen (200 ha).
Als der letzte Ohnesorge

1851

starb, ging ein Teil der Ländereien durch Kauf an hiesige Besitzer über.

1856

Erwerb durch die Familie von Plötz. Diese Familie hatte des Rittergut bis Juli

1905

in Besitz.

Von der Familie Plötz tritt besonders der letzte Besitzer Berthold von Plötz als Reichstags-und Landtagsabgeordneter und Begünder des Bundes der Landwirte hervor.

Der Besitz wird erweitert. Zum Gut gehören in der Folge Dampfziegelei, Dampfsägewerk und Braunkohlenlager sowie einige Wohnhäuser.

1905

Otto Günther neuer Besitzer.    Günther verpachtete um

1925

zeitweilig an Krippendorf. Anfangs des 2.Weltkrieges um

1940

verkaufte Günther mit weiterem Wohnrecht das Gut an Lauer. Der wiederum verkaufte unmittelbar vor Ende des Krieges

1945

das Gut an einen aus Ostpreußen kommenden Flüchtling, dessen Name mir unbekannt ist.

1945

21. oder 22. April:  Der auf dem Rittergut das Wohnrecht habende ehemalige Besitzer, Otto Günther, beschießt mit Jagdgewehr einen sowjetischen Spähtrupp. Daraufhin werden das gesamte Anwesen, sowie die gegenüberliegende Schiemangksche Gastsstätte mit allen Nebengebäuden sowie das Wohnhaus der Familie Nadler in Brand gesetzt und restlos vernichtet. Günther kommt in den Flammen um.

1947/48

Auf dem Grund und Boden des Ritterguts werden sieben „Neubauernhäuser“ errichtet. Darin fanden sechs Familien aus Siebenbürgen und eine einheimische Familie eine neue Heimat. Sie wurden bei der Bodenreform mit Ländereien (Felder, Wiesen und kleinere Waldkabeln) bedacht.

Ein weiteres Neubauernhaus wurde durch Familie Krüger am Steinweg errichtet.

Er und auch andere Döllinger Bürger erhielten im Zuge der Bodenreform Land und Waldstücke.

Industrielle Entwicklung  Top

1610 - 1849

Bestand der Pechhütte mit vier Häusern im Wald. Diese befand sich etwa am Anfang des Waldweges zum sogenannten Dreckjagen oder auch bekannt als Weg zur Eisbahn.

1856 - 1900

Familie von Plötz, Besitzer des Rittergutes, betreiben die Braunkohlegruben „Emilie“ und „Louise-Anna“.

1874

Abbruch der Gutsziegelei, die 200 Jahre in Betrieb gewesen sein soll.

Inbetriebnahme einer Dampfziegelei des Rittergutes nebst Dampfsägewerk.

19. Jahrh.

Insgesamt 6 Ziegeleien mit unterschiedlicher Betriebsdauer in Döllingen.

1909

Beendigung des Dampf-Ziegeleibetriebes an der nördlichen Gordener Straße aus Tonmangel.

1911 - 1930

Braunkohlengrube „Ada“ in Betrieb

1914

Erbauung der Brikettfabrik der Grube „Ada“

1915/16

Errichtung des Bertzit-Turmes in Kahla zur Braunkohletrocknung.

Die Schulgeschichte  Top 

Bis 1804

gingen die Döllinger Kinder nach Hohenleipisch zur Schule.

1804

Ab jetzt erfolgte der Unterricht im Hirtenhaus, östlich der Kirche. Dies war neben der Wohnung des Hirten und Schulmeister, Schulraum für den Unterricht.
Bis

1846

ging der Schulmeister reih um essen im Dorf (Reihentisch).

1855

Bau einer neuen Schule westlich der Kirche.

1906/07

Neubaues einer Schule auf der heutigen Schulstraße und Inbetriebnahme.

1971

Schließung der Schule Döllingen.
Die Kinder gehen in die Polytechnische Oberschule nach Plessa.

In der  Schule wird ein Kindergarten eingerichtet.

Die Kirchengeschichte  Top

1589

Bau einer kleinen Kapelle. Bis

1803

mussten die Toten in Hohenleipisch beerdigt werden. Danach erfolgte die Anlage eines Kirchhofes um die Döllinger Kirche (daher rührt auch die Bezeichnung „Kirchhof“).

Später

Anlage des Friedhofes  auf dem jetzigen Grund und Boden.

1739

Abrisse der ersten Kirche (Kapelle) wegen Baufälligkeit.

1739

Errichtung der jetzigen Kirche.

Baubeginn am 10. Juni, Fertigstellung soweit, dass bereits Gottesdienst darin gehalten werden konnte am 30. August. des gleichen Jahres.

Der Bau kostete etwa 300 Reichstaler, gespendet von einer Adligen, die gegen das 6. Gebot verstoßen hatte (Du sollst nicht Ehebrechen).

1990

Denkmalsgerechte, stufenweise Sanierung nach sichtlichem Verfall außen und innen.

Kriegseinwirkungen  Top

1618 - 1648

Im 30-jährigem Krieg wird die Bevölkerung in Hohenleipisch und Umgebung

stark in Mitleidenschaft gezogen und dezimiert.

1631

Durchzug einer 15.000 Mann starken kaiserlichen-katholischen Truppe durch das Kirchspiel (Hohenleipisch, Gorden, Döllingen) verbunden mit fürchterlichen

Repressalien. Später Einmarsch der reformierten Schweden mit unvorstellbaren

Grausamkeiten.

1646

„zog ein Teil schwedischer (reformierter) Truppen durch das Kirchspiel. Die

Gräuel und Unmenschlichkeit war beispiellos. Da steckten sie die Leute in den

heißen Backofen um sie zu schmäuchen, dort zwangen sie anderen Mistjauche ein und traten sie auf den Leib, dass die Soße wieder aus den Mund heraus

lief, banden sie an Stricke und schleppten sie wie einen toten Hund fort, zwangen Leute zwei Finger übereinander zu legen und schlugen mit dem Hammer drauf usw., usf. .... „(2).

1683

waren die Türken bis vor Wien gelangt. Auch der sächsische Kurfürst entsandte Truppen. Fortan wurde die Türkensteuer erhoben, die noch im 19. Jahrhundert bestand.

1706

Im schwedisch-polnischen Krieg (August der Starke war Kurfürst von Sachsen und König von Polen) fielen die Schweden in unserer Gegend ein, nachdem das 20.000 Mann starke sächsische Heer an der schlesischen Grenze besiegt war. Vor Radeburg hatte sie ein großes Feldlager. Dieser so genannte Nordische Krieg dauerte 21 Jahre von 1700 bis 1721.

Er brachte Einquartierungen mit sich, zur Staatssteuer, Landsteuer Türkensteuer und Kopfsteuer kam die Schwedencontripution. Die Gegend war verunsichert durch herumtreibende Diebe und Mörder.

Frauen wurden vergewaltigt, wie das Geburtenregister ausweist.

1756 - 1763

Der dritte Schlesische Krieg, Preußen gegen Östereich. Jetzt war Sachsen Österreichs Verbündeter, während es in dem 1. und 2. Preußens Verbündeter war.

Nun besetzten die Preußen unsere Gegend und weitere sächsische Gebiete. Es kam in unseren Orten zu nicht weniger als 70 bis 80 Einquartierungen. Hinzu kamen massive Zwangsrekrutierungen und Abgaben.

1805

bis 1815 Napoleonische Kriege.

1805

Es rückten preußische Truppen hier ein.

Jeder Bauer mußte pro Hufe Land: 6 Scheffel Hafer, ½ Scheffel Korn, ¾ Zentner Kohl und 3 Zentner Mehl, Heu und 15 Bund Stroh liefern.

1806

Sachsen, Preußen und Franzosen zogen durch.

Ihnen mussten Lebensmittel, Wagen, Pferde, Ochsen und Knechte bereitgestellt werden.

1807

Schwere Contriputionen, doppelte Personensteuer

1808

Wieder kamen Truppen durch.

1809

Wieder Abgaben pro Hufe: 1¼ Scheffel Hafer, ¼ Scheffel Korn.

Danach kamen österreichische Kürassiere. Nahmen etliche Rekruten mit. Im

Juni wurden Pferde für die Kavallerie verlangt.

1810

Am 1. Januar kamen polnische Jäger zur Einquartierung mit den entsprechenden Belastungen.

1811

Napoleon zieht mit seinen Verbündeten nach Rußland, darunter 21.000 Sachsen.

Es kamen Husaren durch. Es mussten Pferde geliefert werden. Wieder wurden

Abgaben erhoben.

Das Amt Liebenwerda muß 37 Stück Rindvieh aufbringen.

1813

Im Januar wurde wieder rekrutiert. Das Amt musste Schanzgräber und Ochsen stellen.

1813

Rückzug des Restes der Napoleonischen Truppen aus Rußland. Es kamen Zerlumpte und Kranke, meist Franzosen und Reste der polnischen Armee.

1813

Im März  kamen die Verfolger, Kosaken, danach kamen Russen und Preußen.

Die Kosaken richteten unter der Bevölkerung und an Hab und Gut großen Schaden an.

Im Dezember wieder Rekrutierungen.

1813

Döllinger Bürger mußten in den Loben flüchten.

1914 - 1918

Der 1. Weltkrieg kostete 19 Einwohnern das Leben.

1939 - 1945

Der Zweite Weltkrieg forderte 40 Todesopfer in Döllingen.
Durch Kriegseinwirkungen wurden durch Brand zerstört, das Rittergut, Gasthof Schiemangk, Wohnhaus Bieler, Wohnhaus Nadler.

1945

Ein Teil der Einwohner flüchtete vor dem Einmarsch über die Elbe. Ein anderer Teil versteckte sich im Wald.

Epidemien, Krankheiten und Seuchen an Mensch und Vieh sowie Hungersnöte  Top

1311, 1317, 1409, 1472, 1576, 1578

Die Pest grassierte

 

sowie während des 30 jährigen Krieges zwischen

1618 - 1648

 

1579

Große Hungersnot und Teuerung.

1638

Große Hungersnot, da haben die Leute von Leinknoten, Eckern, Hedrichknoten, Weinlaub, Getreidestaub, Spreu und Kräutern gelebt und sich an das Aas gemacht. Die Soldaten haben Mensch und Hund und Katze gefressen.

Durch Seuchen fand ein totales Viehsterben statt.

1676

Arme Zeiten, Misswuchs, auffällige Krankheiten, plötzliche Todesfälle, Viehstaupen.

1718

Wütete eine Viehseuche, die meisten Einwohnern sind in Elend und Armut gefallen.

1787

Das kalte Fieber trat nicht mehr auf.

Desto größere Auswirkungen hatten Blattern, Ruhr und Scharlach.

1803

Die ersten Schutzimpfungen in unserer Gegend

1829

Grassiert die Influenzia-Grippe

1831 - 1832

Die Cholera wütet in vielen Deutschen Ländern, unsere Gegend wird verschont.

1846

Ruhr grassiert in unserer Gegend, allein in Hohenleipisch sterben 12 Personen

1870 - 1871

Die Pocken wüten in der Gegend. In Hohenleipisch 30 Todesopfer.

1881

Es grassiert der Scharlach. In Hohenleipisch sterben 14 Kinder

1887

An den Masern sterben in Hohenleipisch 27 Kinder

1888

Am Keuchhusten sterben in Hohenleipisch 25 Kinder

1890

Wütete die Diphterie. Es sterben in Hohenleipisch 51 Kinder.

Witterungsunbilden  Top

1183

In Europa ein ungewöhnlich kalter Winter, so dass in Italien der Po einfror.

1205

Fror das Bier in den Kellern, dass es Pfundweise verkauft werden mußte

1408

Fror der Sund zwischen Dänemark und Norwegern ganz zu. In Paris konnte der Schreiber des Parlaments nicht protokollieren, weil trotz brennendem Feuer im Kamin die Tinte in der Feder fror.

1504

Hatte einen harten Winter.

1595

Hoher Schnee, so dass die Leute sich aus den Häusern heraus arbeiten mussten. Lange anhaltender Winter. Das Stroh von den Dächern mußte an das Vieh verfüttert werden.

1616

Große Trockenheit. In der Elbe zeigten sich die Hungersteine. Große Teuerung.

1657

Große Kälte, so dass die Leute auf der Straße erfroren.

1669

Tobten schwere Gewitter. Jedermann dachte der Untergang der Welt steht bevor.

1676

Große Dürre. Das Heidekorn verbrannte auf dem Feld.

1701

Ungewöhnlich hoher Schnee.

1714

Hat es wochenlang ununterbrochen geregnet und geschneit.

1718

Große Dürre. Mißernte.

1719

Große Kälte gewesen, dass sich Mensch und Vieh hat sich nicht können erhalten im Januar.

1739

War im Januar eine solche Kälte, dass der Wein im Kelch und in der Flasche beim Gottesdienst 3 Finger dick gefroren war.

1745

Viel Schnee und Kälte.

1746

Große Dürre. Es zeigten sich die Hungersteine in der Elbe.

1750

Die Kälte war ärger als 1740.

1770/71

Unerhörte Nässe, so dass die Erdfrüchte und auch Bäume verdarben.

1772

Danach große Teuerung.

1776

Herrschte große Kälte und tiefer Schnee.

1781

Starker Frost. Feld und Gartenfrüchte nahmen großen Schaden.
Am Himmelfahrtstage schneite es.

1784/85

Starker Schnee und Frost. Erst am 1. Mai taute es. Am 31. Mai war die Kälte so groß, dass die Vögel auf den Bäumen erfroren und scharenweise in die Häuser flüchteten. Nußbäume und Weinstöcke erfroren. Danach Hochwasser. In Elsterwerda wurden davon Häuser eingerissen.

1788

Herrschte arge Kälte.

1802/03

Völliger Verderb der Weinberge durch Frost. Das jahrhundertelange Betreiben von Weinbau auf Weinbergen hatte somit in unseren Breiten ein Ende gefunden.

1810

Bis 10. März lag Schnee. Von Juli bis Oktober hat es nicht geregnet.Es entstanden Waldbrände. So auf den Hohenleipischer Wiesen vom 1. September bis 20. Oktober.

1817

Am 3. Juni richtete ein mächtiger Sturm großen Schaden an.

1833

Deckte ein Sturm Dächer ab. Windmühlen und Bäume stürzten um. Im Wald  lagen tausende umgestürzte Bäume.

1838

Hoher Schnee am 9. und 10. April wie er seit 1701 nicht gewesen ist.

1839

Es spielten im Januar die Insekten in der Sonne.
Sogar auf der Schneekoppe waren 10 Grad Wärme.

1840

Es war eine große Trockenheit. Von Ostern bis 7. August hat es nicht geregnet.
Danach kam eine große Teuerung.

1846

Große Trockenheit. In der Elbe zeigten sich die Hungersteine. In Riesa wurde in einem Stein eingemeiselt:“Wenn ihr mich wiederseht, werdet ihr weinen.“
Es wurden „Hungertaler geprägt mit der Inschrift: Unser täglich Brot gib uns heute“.

1851

Am 21. und 22. November hoher Schnee. 3m hohe Schneewehen. Es kamen Personen im Schnee um.

1852

Harter Winter. Flüsse froren zu.

1868

Am 7. Dezember mächtiger Sturm. Dächer wurden abgedeckt,  Bäume entwurzelt.

1874/75

Starker Winter.

1877

Starkes Gewitter, Bahnstrecke wurde überspült.

1878

Fror der Boden 1 m tief.

1880/81

Wieder so starker Frost.

1884

Ein starker Sturm richtete in den Dörfern und im Wald starke Schäden an

1890

Grimmige Kälte.

1898

Erstreckte sich ein große Kälte über ganz Europa.

1894/95

Harter Frost bis in den März hinein.

1895

Anhaltende Trockenheit im Sommer. 

1904

Außergewöhnliche Hitze, so dass die Brunnen versiegten

1911

Besonders heißer Sommer, viele Bäume vertrockneten.

1916/17

Langer Kriegswinter. Hungersnöte

1928/29

Starker Winter. Viel Schnee. Bis zu 30 Grad Minus.  Weinstöcke  und Pfirsichbäume erfroren.

1942/43

Starker Winter. Die Soldaten in Rußland hatten sehr darunter zu leiden. Sie waren vielfach unzureichend mit warmer Kleidung ausgerüstet. Es gab viele Erfrierungen. Allerdings gab es dafür einen Orden für alle die diesen an der Ostfront mitgemacht hatten. Er hieß im Volksmund der „Gefrierfleischorden“.

1945

Große Trockenheit in unserer Gegend. Es herrschte im Nachkriegs Deutschland der Hunger. Viele Leute, auch aus Döllingen fuhren in den überfüllten Zügen nach Mecklenburg, um bei der Kartoffelernte zu helfen und dafür mit Kartoffeln gelöhnt zu werden. Viele standen bei der Zugfahrt auf den Trittbrettern.

Himmelerscheinungen  Top

1618

stand 30 Tage ein furchtbarer Komet am Himmel. Gerade so lange, wie der kommende Krieg in Jahren dauerte.

1680

im Mai ließ sich ein Komet sehen. Im Dezember hatte er einen 900 m langen Schweif.

1690

war ein heftiges Erdbeben.

1729

durfte man sich nur mit einem Legimitationsschein und einer Pfeife auf die Straße wagen.

1741

Eine sonderbare Erscheinung am Himmel. Gegen Nord-West ließ sich etwas gleich einer Sonne sehen.
Strahlen gingen bald vom Morgen (Ost), vom Abend (West), von Mittertnacht (Nord). Machten den Himmel blutig und die Erde hell, so dass die Leute in Furcht gerieten.

1743

Es wurde ein großer Komet gesehen, der fürchterlich aussah (Dezember bis März).

1819

Am 3.Juli wurde ein sehr großer Komet gesehen.

1838

Am 18.Februar sah man ein starkes Nordlicht, was mehrmals verschwand und wiederkehrte und den ganzen nördlichen Himmel, fast über den Zenit hinweg überzog. Das war herrlich bei dem Sternenhimmel in reiner Luft. Bänder, Bogen wallend wie vom Wind bewegt, feurige Schlangen gleiten hin über tiefblauem Himmel. Dann fallen Draperien, faltige feurige Vorhänge, grünlich weiß mit rotem Saum, in immer tanzenden Bewegungen, wie in einem Märchen.

1882

Erschien vier Wochen lang ein großer Komet am Himmel.

1885

Es wurden ca. 50 Urnen gefunden. Darin waren u.a. Ring und Nadel aus Bronze.

1887

Am 18. Januar, kurz vor 6 Uhr: Ein großer Feuerklumpen kam in schräger Richtung vom Himmel, eine Feuersäule rückschlagend, zur Erde. Zur Arbeit gehenden Bergleuten hat es Furcht und Schrecken eingejagt.

1902

Von 21 bis 22 Uhr war ein geschlossener Mondregenbogen von besonderer Pracht am Himmel zu sehen.

1903

Am 14. November war ein Meteor von außergewöhnlicher Schönheit am  östlichen Himmel zu beobachten.

 Andere Ereignisse  Top

1740 - 1744

Anlage des Floßgraben auf Geheiß August des Starken. U.a. um Bauholz nach Dresden zu befördern. (Floßgraben - Holzhof Elsterwerda - Kanal - Elbe). Dadurch Austrocknung des Döllinger See „mit seinem Fischreichtum und seinem schönen Karpfengrund“.

1756

Kartoffel wird in Brandenburg eingeführt. Danach wird sie auch in unserer Gegend unter den Namen Erdbirne angebaut. Aus Erdbirne wurde Eeber oder auch Äber.

1787

Wegen Teuerung Volksunruhen in Dresden. Daraufhin wurde das Schnapsbrennen verboten.

1809
Im Oktober wurde verordnet, dass englische Colonialwaren und amerikanische Hölzer mit einer Warensteuer belegt werden. Am 14. Oktober wurden in Dresden englische Waren verbrannt.
1810
Es mußten Colonialwaren gemeldet werden und wurden mit Warensteuer belegt.
50 Taler pro 1 Zentner Zucker
112 Taler pro 1 Zentner Tee
50 Taler pro  1 Zentner Cacao
250 Taler pro  1 Zentner Chenille (Garn oder schweres Gewebe für Vorhänge oder Möbelbezug).
1815

21. Mai: Teile von Sachsen, darunter auch unser Amt Liebenwerda wird die Provinz Sachsen im Königreich Preußen.

1816

Am 15. November wurde das preußische Recht hier eingeführt.

1820

Gottlieb George aus Döllingen wird von der Hohenleipischer Töpfer-Innung als Tongräber verpflichtet. Er wird entlohnt vom Rentamt aus einem gewissen Zinsanteil, den die Töpfer auch aus Gorden und Herzberg entrichten müssen.
Nachfahren der Familie George haben noch bis Anfang der DDR-Zeit im Döllinger Wald Ton gestochen.

1827

Abschaffung der Leibeigenschaft.

1837

Von der Kirche wird beklagt, dass die Leute noch Bräuche und Sitten altheidnischer Art betreiben.

1843

Separations-Gesetz erlassen. Feld, Wald und Wiesen der Eigentümer werden neu verteilt.

Separation: --> Die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse auf dem Lande, führte zur Entstehung großer Güter und selbständiger Dörfer.

1871

wurde die alte Mark als Zahlungsmittel wieder eingeführt.

1874

Am 1. Juni wurde die Bahnstrecke Falkenberg – Kohlfurt eröffnet. Der 1. Spatenstich war am 6. Februar 1871.

1874

am 1. Juli tritt die Kreisordnung in Kraft. Es werden eingeführt:  Landrat, Amtsvorsteher und Ortsvorsteher.
Damit wurde das alte Erb- und Lehns-Richteramt aufgehoben. Einführung der Standesämter.

1875

Bahnstrecke Zossen-Elsterwerda-Dresden eröffnet.

1881

Kamen zum ersten Mal Radfahrer aus Berlin auf einer Vergnügungsreise in unsere Gegend.

1884

Urnenfunde auf Döllinger Flur.

1885

50 Urnen auf Döllinger Feldflur gefunden (aus der Bronzezeit).

1888

Urnenfunde in der Kanitze. Dabei waren auch andere Gegenstände, wie ein metallener Schwan in der Größe eines Zaunkönigs.

1889

Auf dem Gelände der ehemaligen Pechhütte wurden 10 Skelette gefunden. Vermutlich von Franzosen (1812/13). Auf Hohenleipischer Flur wurden ebenfalls 16 Skelette gefunden.

1914

Am 16. Juli:  Erdbeben. Ein dauerhaftes Grollen war zu vernehmen. Teller klirrten auf dem Tisch. Das Epizentrum war Leipzig.

1916 - 1918

Gefangene Russen waren auf dem Saal der Schiemangkschen Gaststätte untergebracht. Sie fällten im Wald Bäume. Danach die Bezeichnung Russenschlag.

1930

Höchste Arbeitslosigkeit in Deutschland. Auch in Döllingen zeigten sich die Auswirkungen. Betroffene Familien mit mehreren Kinder konnten sich nicht mehr ausreichend ernähren.

1931

Landschaftsmaler Franz Schreyer hat seit 1896 Sommer wie Winter ein Waldatelier am Floßgraben genutzt.

   Der Waldsee, von Franz Schreyer

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