Der Steinheil-Telegraf


Der Münchener Professor Carl August Steinheil entwickelte das von Gauß und Weber gewählte Prinzip des magnetischen Telegrafen weiter. Er hat gleich mehrere wichtige Schritte in Richtung eines praktisch brauchbaren Telegrafen getan: Als erstes verringerte er die Masse des Magneten, um schnellere Zeichenfolgen übertragen zu können. Zweitens arbeitete er mit einem antiparallelen Magnetpaar, um den Einfluß des Erdmagnetfeldes auszuschalten (Gauß mußte den Empfänger noch nach dem Erdmagnetfeld ausrichten). Drittens wurden seine Informationen auf einen Papierstreifen geschrieben (s. nebenstehende schematische Darstellung) Das wichtigste aber war seine Entdeckung der Leitfähigkeit der Erde. Man kam nunmehr mit einem Leiter für die Nachrichtenübertragung aus.

Steinheil baute 1837 die erste funktionierende elektrische Telegrafenlinie zwischen München und Bogenhausen und ein Jahr später die für die Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth. Seine Telegrafen wurden lange Zeit   im Eisenbahnsicherungswesen und der allgemeinen   Nachrichtenübertragung angewandt.


Grafik1

schematische Darstellung des Steinheil-Telegrafen

Die Informationen wurden durch Nadeln mit einer Tinte geschrieben. Durch die Stromspule konnte immer nur eine bestimmte magnetische Nadel angesprochen werden. Durch Richtungsumkehr in der Spule wurde die andere Nadel aktiviert.

Das Prinzip des Steinheil-Telegrafen wurde von Samuel Morse weiterentwickelt und vervollkommnet.

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