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Soziale Arbeit in Südafrika: 

Das "School Gardening Project" (März 2000- August 2000)

- Ein Kooperationsprojekt zwischen dem deutschen entwicklungspolitischen Verein "Solidaritätsdienst-international e.V." (SODI) und dem südafrikanischen Bildungsverein "Umthathi Trainings Project" -

"Das Projekt School Gardening wurde durchgeführt in und im Umland der Stadt Grahamstown, welche sich in der Provinz "Eastern Cape" befindet. 25 000 Menschen leben in der Stadt, wobei 150 000 – 180 000 Menschen (vorrangig Xhosa) in dem Township um Grahamstown wohnen. Die Xhosa-Community macht circa 80% der Gesamtbevölkerung aus. Die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 85 %. Die beiden größten Arbeitgeber sind die Universität, wo hauptsächlich die weiße Bevölkerung in Lehrämtern und die schwarze Bevölkerung als Saubermachpersonal arbeitet. Die Gesellschaftsstruktur, welche vor der Beendigung der Apartheid bestanden hat, wandelte sich nur unwesentlich in der Stadt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Der zweite Arbeitsmarktsektor ist die Arbeit als sogenannte "Maids" oder "Domestic persons" in den privaten Haushalten.

Ausgangspunkte und Beschreibung des Projektes

Das Projekt "School Gardening" wurde 1997 aus einer Notstandsituation heraus entwickelt. Die Kinder und Jugendlichen in den Elendsvierteln wuchsen und wachsen mit Unterernährung bzw. Fehlernährung und Unwissen über Hygiene auf. Das Anliegen war es, die schwierigen Lebensumstände zu bekämpfen in dem die Zielgruppe direkt Wissen über Umwelt und Gesundheit in einem Projekt erhält und dieses in ihrem Leben anwenden kann. Die Jungen und Mädchen waren am besten an dem Ort Schule zu erreichen. Die Non-Governmental- Organisation "Umthathi Trainings Project", welche vorrangig mit Erwachsenen in beruflichen Weiterbildungsprogrammen arbeitet, entdeckte durch dieses Projekt die Jugendlichen als neue Zielgruppe. Die Zielgruppe des Projektes beschränkte sich auf die afrikanischen und coloured SchülerInnen der staatlichen Schulen in den Townships in den Altersgruppen der 7 bis17jährigen. Die Arbeit beschränkte sich auf die staatlichen Schultypen: Secondary Schools, die Farmschulen und die Primary Schools. Das Projekt wurde mit vier staatlichen Schulen in den Elendsvierteln von Grahamstown gestartet.

Die verfolgten Ziele wurden 1997 folgendermaßen festgelegt:

bulletZur Verfügungstellung von Essen für die StudentInnen herausgewachsen aus dem Schulboden, mit der Unterstützung der Gemeinschaft und unter der Benutzung von recycelten lokalen Ressourcen,
bulletdie Kinder erhalten einen engeren Kontakt zu den Ressourcen für ihre Grundbedürfnisse,
bulletEntwicklung von Gesundheits- und sozialen Fähigkeiten (Kommunikation, Kooperation, Meinungsbildung),
bulletVermittlung von praktischen Fähigkeiten, welche sie in ihrem Leben nutzen können,
bulletKraftvermittlung, so dass die SchülerInnen wissen, dass auch sie einen positiven Wandlungsprozess für die Gemeinschaft einleiten können,
bulletEntwicklung eines attraktiven Lebensumfeldes für die SchülerInnen und die Angestellten,
bulletFörderung eines größeren Verantwortungsbewusstseins der StudentInnen für ihr Schulumfeld,
bulletEntwicklung eines Modells, welches andere Schulen übernehmen können (vgl. Umthathi Trainings Project: 1998, S. 25f.).

Als oberstes Ziel wurde der Aufbau eines Schulgartens an den Schulen gesehen. Die Lehrmethoden und –inhalte orientierten sich an den Anforderungen des "Outcome-Basic-Education" (OBE). Das Projekt sieht 14 Lerneinheiten vor, in welchen die Unterrichtsfächer der Naturwissenschaften, Sprache, Kunst oder Gesellschaftswissenschaften verbunden in einem Fach werden. Eine große Rolle spielt nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch persönliche Erfahrungen der Jugendlichen. Im Verlauf der Durchführung sollten sie lernen im Team zu arbeiten, in Problemsituationen ohne Gewalt gemeinsam Lösungen zu finden, den Ort Schule als positiven Lern- und Lebensraum wahrzunehmen und die LehrerInnen als Partner zu erleben. Das Modellprojekt versuchte Lebens- und Berufswissen in das Schulsystem einzubringen, so dass dieses Wissen von den SchülerInnen in der Realität begriffen, angewendet und für die Zukunft genutzt werden konnte. Das Projekt verfolgte wichtige demokratische Prinzipien, wie Gleichberechtigung (der Geschlechter), Partizipation, Freiheit des Denkens, die das "Bildungs-Weißbuch" als Grundlage für eine gelingende Ausbildung der SchülerInnen bezeichnet. Theoretisches und praktisches Wissen werden ausgetestet, angewendet und mit dem Ergebnis des Aufbaus eines Schulgartens abgeschlossen. Ein weiteres Element des Projektes ist die Einbeziehung der Gemeinschaft in das Projekt.
....Die Finanzierung gestaltete sich aus der Übereinkunft, dass der Grund und Boden, Wasser, Lehrpersonal und Lehrräume durch die Schulen gestellt wurden. Außerdem wurde das Projekt in den Stundenplan eingeordnet, so dass die Arbeit im Projekt in der Schulzeit stattfand. Mit dieser curricularen Einordnung war die Anwesenheit von PartnerlehrerInnen abgesichert. Zweimal im Monat wurde 2 ½ h mit den JugendbilderInnen des Kooperationsvereins Umthathi gearbeitet und gelehrt. Zusätzliche Stunden wurden durch die PartnerlehrerInnen abgedeckt. Gebühren für Transport, Material, Organisation und Trainer wurden durch die Partnerorganisation übernommen" (vgl. Diplomarbeit Mary Lindner  2001, S. 69f.).

 

 

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