IRES-Projekt
"Innovation durch Netzwerke. Die
Architektur von Innovationsnetzwerken und der Kompetenztransfer.
Strategien zur Entwicklung lokaler Systeme in den Regionen Emilia
Romagna und Basilicata"
-Projektstand-
1. Ziele
Das Projekt hat zum Ziel, unter Berücksichtigung
einheitlicher Aktionen unterschiedlicher Akteure eines lokalen Gebietes
mit Wachstumsdefiziten (Region "Basilicata"), endogene Kapazitäten
zum Management von wirtschaftlichen und sozialen Innovationsprozessen zu
entwickeln. Dies soll u.a. durch den Transfer von in Regionen mit stabilem
Wachstum (Region "Emilia Romagna") entwickelten Aufgaben und Fähigkeiten
erreicht werden. Damit soll die Schaffung eines Netzwerkes zur Diffusion
von Kompetenzen und technologischem Know-how gefördert werden.
Weiterhin sollen regionalpolitische Managementfähigkeiten, Aspekte
technologischer Modernisierung, Arbeitsmanagement und Organisation, die
Entwicklung lokaler Unternehmenssysteme sowie die Vorbeugung gegen das
Risiko obsolet werdender Kompetenzen der Arbeitskräfte unterstützt
werden.
Die spezifischen Ziele des Projektes sind:
I. Forschungsziele:
- Die Rekonstruktion der ökonomischen
Rahmenbedingungen für die Produktion in den analysierten Gebieten
und Sektoren (Agrarwirtschaft, metallverarbeitende Unternehmen der
Zulieferindustrie im Melfi-Gebiet, Möbelsektor sowie die Produktion
von Sofas).
- Die Definition von Stärken und Schwächen
der analysierten lokalen Systeme.
- Die Identifikation von sogenannten "best
practices" sowie die Übertragung von Elementen aus der
entwickelten Region (Emilia Romagna) in die Region mit
Wachstumsdefiziten (Basilicata).
II. Ziele bei der Etablierung von
Netzwerken:
- Die Schaffung eines Bewußtseins der aktiven
Partizipation im Projekt unter den lokalen Akteuren (lokale Behörden,
insbesondere die regionale Regierungsbehörde sowie
Arbeitgebervereinigungen, Gewerkschaften etc.)
- Die Verbindung potentieller Entwicklungsakteure
aus beiden Regionen (Arbeitgebervereinigungen, Gewerkschaften, lokale
Behörden, lokale Akteure, Weiterbildungsinstitute, das Arbeitsamt
und "Non-Profit"-Organisationen).
2. Analyseinstrumente und Methoden
Die wissenschaftlichen Untersuchungen werden von
zwei Teams durchgeführt, welche hinsichtlich ihres
Untersuchungsgegenstandes in die Regionen "Basilicata" und "Emilia
Romagna" getrennt sind. Die Koordination der Gruppen erfolgt zentral.
Es wurde eine gemeinsame Methode der Datenerhebung
etabliert, wobei besonders die folgenden Instrumente zur Anwendung kommen:
- Datenbanken und offizielle statistische Quellen
zur Rekonstruktion der ökonomischen Rahmenbedingungen der
Gegebenheiten der analysierten Regionen. Diese Daten wurden überprüft
und ergänzt durch direkte Untersuchungen der regionalen
Unternehmen, welche in den drei untersuchten Wirtschaftsbereichen tätig
sind.
- Qualitative Interviews mit:
1. Experten/Schlüsselpersonen,
2. Unternehmen,
3. Arbeitskräften.
Die Interviewleitfäden wurden den
unterschiedlichen Befragten jeweils spezifisch angepaßt.
- Das Projekt begleitende Diskussionsseminare
innerhalb der Forschergruppe und mit Experten zur Überprüfung
und Bewertung von Problemen, welche während der Forschungsarbeit in
den verschiedenen Regionen und Wirtschaftsbereichen auftraten.
3. Maßnahmen, Probleme und Ergebnisse
Maßnahmen
Das IRES-Projekt startete am 1. Juni 1996 und
befindet sich momentan in seiner fünften Projektphase. Die folgende
Tabelle gibt einen beschreibenden Überblick über die
Projektphasen und maßnahmen.
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Projektphase und Zeitbedarf |
Maßnahmen und Ziele |
Beschreibung der Maßnamen
und deren Organisationen |
Beschreibung der Trainings-
und Forschungsmaßnahmnen |
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I. Projektphase (3 Mon.) |
- Start des Projekts und Zusammenstellung des
Forschungsteams
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- Gründung der Forschergruppe
- Definition eines Projektplans
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II. Projektphase (4 Mon.) |
- Organisation der Referenzgruppen in den
Regionen "Basilicata" und "Emilia Romagna"
- Organisation der Beratungsgruppe für die
Analyse sozial-ökonomischer Kontexte
- Definition der Forschungsaktivitäten,
vorbereitende Studien und Analyse des sozialökonomischen
Bereiches
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- Identifikation der Referenzakteure
- Organisation der Kommunikationsnetzwerke
- Identifikation der Fachberater
- Überprüfung von Daten und
Informationsquellen
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- 3 thematische Seminare
- Herausgabe von 3 thematischen Arbeitspapieren
- Sammlung existierender Dokumente und
vorhandener Untersuchungen
- Analyse der Daten und Informationsquellen
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III. Projektphase (3 Mon.) |
- Generierung von Wissen über die
spezifischen Charakteristika der territorialen Gebiete und Bewertung
der 3 identifizierten Wirtschaftsbereiche (Agrarwirtschaft,
metallverarbeitende Unternehmen in der Zuliefererindustrie,
potentielle Möbelherstellung)
- Identifikation von zu untersuchenden Fällen
- 1. Treffen zwischen Projektteam und
Vertretern lokaler Institutionen zur Bewertung und Fortsetzung der nächsten
Maßnahmen
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- Definition von Standards für das
qualitative Sample (Fallstudien)
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- Kritische Analyse der Probleme der Regionen "Emilia
Romagna" und "Basilicata"
- Herausgabe eines Zwischenberichts
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IV. Projektphase (3 Mon.) |
- Informationsmeeting u. Workshop der im
Projekt involvierten Akteure
- Start der Umfrage
- Forschungsmaßnahmen
- 1. Analyse der Ergebnisse der Fallstudien
- Planung der Trainingsmaßnahmen in der "Expertenregion"
("Emilia Romagna" unter Einbeziehung von Firmenverbänden,
Gewerkschaften und verschiedener Universitäten des regionalen
Untersuchungsgebietes)
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- Vorauswahl der Forschungswerkzeuge
- Bestimmen der operativen Planung
- Interviews mit Unternehmen und Mitarbeitern
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- Individuelle Treffen und Gruppen-Workshops
unter Einbeziehung von lokalen Akteuren (Gewerkschaften, Firmenverbänden
und institutionellen Vertretern) zur Bekanntmachung der
Projektinhalte und der Methodologie
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V. Projektphase (7 Mon.) |
- 2. Treffen zwischen Projektteam und
Vertretern lokaler Institutionen zur Bewertung und Festsetzung der nächsten
Maßnahmen
- Organisation von 2 Seminaren ("Emilia
Romagna" und "Basilicata")
- Trainingsmaßnahmen in der Region "Emilia
Romagna"
- Fortsetzung d. Planung d. Trainingsmaßnahmen
in der Region "Basilicata" und von Zielgruppen, die in das
Projekt involviert werden sollen
- Realisation der
Seminare/Trainingsveranstaltungen für die drei identifizierten
Wirtschaftsbereiche (Agrarwirtschaft, metallverarbeitende
Unternehmen in der Zuliefererindustrie, institutionelle Vertreter)
zur Bewertung und Fortsetzung der nächsten Maßnahmen
- Organisation von 2 Seminaren ("Emilia
Romagna" und "Basilicata")
- Trainingsmaßnahmen in der Region "Emilia
Romagna"
- Festsetzung der Planung der Trainingsmaßnahmen
in der Region "Basilicata" und von Zielgruppen, die in das
Projekt involviert werden sollen
- Realisation der
Seminare/Trainingsveranstaltungen für die drei identifizierten
Wirtschaftsbereiche (Agrarwirtschaft, metallverarbeitende
Unternehmen in der Zuliefererindustrie, potentielle Möbelherstellung)
u. für unterschiedliche Zielgruppen in der Region "Basilicata"
- Informationsmeeting und Workshop der im
Projekt involvierten Akteure
- Treffen zwischen Projektteam und Vertretern
lokaler Institutionen zur Bewertung und Festsetzung der nächsten
Maßnahmen
- abschließende Bewertung und Veröffentlichung
der Ergebnisse
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- Bewertung der Forschungsergebnisse in
Zusammenarbeit mit institutionellen Vertretern
- gemeinsame Workshops für die drei
Wirtschaftsbereiche
- spezielle Workshops innerhalb der drei
Wirtschaftsbereiche
- Austausch zwischen zwei Regionen
- Bewertung der Forschungsergebnise mit Hilfe
von institutionellen Vertretern (Seminar)
- Internationales Abschlußtreffen unter
Einbeziehung von nationalen Experten, institutionellen Vertretern,
Gewerkschaften und Unternehmensverbänden
- Publikation des Schlußberichtes
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1. Trainingsseminar |
Erste Ergebnisse des Projektes
- Erstellung einer Datenbank, basierend auf dem
informationstechnischen System der Firmen in den drei untersuchten
Wirtschaftsbereichen.
- Interviews mit Unternehmen und Mitarbeitern in
den drei analysierten Wirtschaftsbereichen.
- Konsolidierung der Austauschbeziehungen mit
lokalen Akteuren (insbesondere institutionelle Akteure, Gewerkschaften,
Unternehmerverbände).
- Etablierung wirksamer Verbindungen mit
Forschungseinrichtungen der entwickelten Region ("Emilia Romagna")
zur Unterstützung gemeinsamer Aktionen in der Region mit
Wachstumsdefiziten ("Basilicata").
- Aufbau von zwei thematischen Forschungsgruppen:
- Modelle und "best practices" der
Weiterbildung;
- Rolle von vermittelnden Institutionen beim
Transfer von technologischen Innovationen.
Probleme
I. Forschungsprobleme:
- Es existieren Schwierigkeiten beim Zugang zu verläßlichen
Daten in ausreichender Anzahl. Es zeigte sich als notwendig, die Daten
durch eigene Untersuchungen zu ergänzen und zu erneuern.
- Weiterhin gibt es relative Zugangsprobleme zu den
Mitarbeitern der kleinen Firmen aufgrund der geringen Präsenz der
Gewerkschaften und des Mangels an Vertrauen gegenüber den
Wissenschaftlern, welcher durch die Angst vor dem Verlust des
Arbeitsplatzes zustande kam (deshalb wurden die Mitarbeiter auf
informellem Wege kontaktiert und weniger über Gewerkschaften).
II. Bürokratisch-organisatorische
Probleme:
- Heterogenität der Mitglieder der
Forschungsgruppe (die involvierten Wissenschaftler kommen aus
unterschiedlichen Disziplinen und bearbeiten unterschiedliche
Themengebiete).
- Unsicherheit über die Anerkennung von Kosten
durch die zuständigen italienischen Behörden.
- Verzögerung der Zuwendungen von finanziellen
Mitteln durch das Arbeitsministerium.
4. Publikationen
Die Publikation des ersten Forschungsberichtes ist
Ende November 1997 geplant.
5. Weiteres Vorgehen
Momentan wird die fünfte Phase des Projektes
eingeleitet. Zum weiteren geplanten Projektablauf vgl. die obenstehende
Tabelle.