Helmut Kohl
Kurzbiografie:
Am 3.4.1930 wurde Helmut Josef Michael Kohl in Ludwigshafen am Rhein geboren.
1946 tritt Kohl der CDU bei.
von 1950-1956 studierte er Rechts-, Staats- und Sozialwissenschaften sowie Geschichte an den Universitäten in Heidelberg und Frankfurt/Main. Anschließend war er bis 1958 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alfred-Weber-Institut in Heidelberg.
Von 1959-1976 Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz und von 1969-1976 Ministerpräsident des Landes. Von 1969-1971 gab es eine christlich-liberale Mehrheit und ab ´71 regierte Kohl mit der absoluten Mehrheit.
Von 1973-1998 Parteivorsitzender der CDU.
1976 gab Kohl sein Ministerpräsidentenamt von Rheinland-Pfalz ab, wurde Mitglied des Bundestages und Oppositionsführer in Bonn als Vorsitzender der CDU/CSU. Nach dem Bundestagswahlen und der Bestätigung der sozial-liberalen Koalition trennte sich die CSU von der CDU. Kohl aber besteht auf eine gemeinsame Fraktion.
Am 20.10.1982 gab es Koalitionsgespräche zwischen der CDU und der FDP und man einigte sich darauf, den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt durch ein Misstrauensvotum abzuwählen.
Am 1.10. ´82 wird Helmut Kohl Nachfolger von Helmut Schmidt und neuer Bundeskanzler.
Nach 16 Jahren wurde 1998 Kohl von Gerhard Schröder als Bundeskanzlers abgelöst.
Kohl erhielt am 20.10.1998 den Orden des Weißen Adlers für seine Bemühungen um die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Kohl wieder immer tiefer in einen Spendenskandal der CDU verwickelt.
Zunächst stellt sich am 5.11.1999 der von der Polizei gesuchte frühere CDU-Schatzmeister Kiep und dieser erzählt, dass am 26.8.1991 von Karlheinz Schreiber in einem Koffer bar eine Million als Parteispende an die CDU gegangen seien. Ein Tag später versicherte Kohl, dass er keine Kenntnis einer solchen Spende habe. Am 21.11.1999 weist er Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Panzerlieferungen an Saudi-Arabien entschieden zurück.
Am 30.11.1999 gesteht Kohl das es während seiner Amtszeit eine von den offiziellen Parteienfinanzen getrennte Kontoführung geführt wurde und entschuldigt sich für diese Vorfälle. Am 16.12.1999 gesteht Kohl in einem ZDF-Interview, dass er zwischen 1993 und 1998 Spenden in Höhe von 1,5-2 Millionen Mark angenommen hatte.
Im Januar 2000 leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Kohl wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil seiner Partei ein. Am 18.1.2000 legte Kohl sein Ehrenamt in der CDU nieder.
Am 14.8.2000 lehnte Kohl eine Teilnahme an den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der deutschen Einheit in Dresden ab. Kohl war zwar eingeladen aber nicht als Redner vorgesehen.
weitere Informationen zur Person(externe Quelle)
politische Leistungen:
Kohl bekennt sich in seiner Regierungserklärung zum NATO-Doppelbeschluss und ist für eine Fortführung der guten Beziehungen zu der DDR bei entsprechenden Gegenleistungen.
1983 erzielte die CDU/CSU bei den vorgezogenen Wahlen einen klaren sieg. Kohl wird als Bundeskanzler bestätigt. In seiner Regierungserklärung bezeichnet Kohl den Abbau der Arbeitslosigkeit, Wiedergewinnung wirtschaftlichen Wachstum und die Sanierung der Bundesfinanzen als Schwerpunkte seiner Regierungsarbeit.
Noch im selben Jahr reiste Kohl mit Außenminister Genscher in die UdSSR und die politischen Beziehungen der beiden Staaten zu verbessern.
Kohl reiste 1984 nach Israel. Bei diesen Gesprächen wurde die Bundesregierung hart kritisiert im Bezug auf ihre Nahostpolitik (Deutschland wollte Waffen und Panzer an Saudi-Arabien verkaufen).
Am 13.2.1984 trafen anlässlich von Trauerfeierlichkeiten Helmut Kohl und Erich Honecker (Staats- und Parteichef der DDR) in Moskau erstmals persönlich zusammen.
Gemeinsam mit dem französischen Ministerpräsident Francois Mitterrand gedachte Kohl den Toten in Verdun aus beiden Weltkriegen. Beide Politiker stehen beim erklingen der Nationalhymnen minutenlangen Hand in Hand um so die Verbundenheit beider Völker zu demonstrieren.
Bei einem Besuch in China einigte man sich darauf verstärkte Zusammenarbeit auf ökonomischem Gebiet.
In seiner Regierungserklärung von 1985 unterstützt Kohl das amerikanische Forschungsprojekt für ein Weltraumraketenabwehrsystem.
1986 erstattet Otto Schily (Die Grünen - heute: Bündnis ´90/die Grünen) gegen Helmut Kohl Strafanzeige wegen des Verdachts der Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss im Bundestag und im Mainzer Landtag in der Parteispendenaffäre.
Am 20.Mai wurde das Verfahren jedoch wegen Mangel an Beweisen eingestellt.
Im Oktober ´86 in einem Interview stellte Kohl den Parteichef der UdSSR Gorbatschow in engen Zusammenhang mit dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. Dieses Interview belastete das deutsch-sowjetische Verhältnis sehr. Am 6. November distanzierte sich Kohl von seinem Interview, ist aber zu einer offiziellen Entschuldigung nicht bereit.
1987, am 4.1. bezeichnete Kohl die DDR als Regime das "politische Gefangene in Gefängnissen und Konzentrationslagern hält".
Kohls CDU wurde erneut mit der FDP als Koalitionspartner klarer Sieger der Bundestagswahlen im Frühjahr.
Vom 7.-11.9.´86 besuchte Honecker erstmals in der Geschichte die BRD und es wurden Abkommen zur engeren Zusammenarbeit im Bereich Umwelt- und Strahlenschutz, sowie in Technik und Wirtschaft geschlossen.
Kohl bricht Aufgrund der Öffnung der innerdeutschen Grenzen seinen Polen-Besuch ab und sicherte am 16.11. ´89 der DDR wirtschaftliche Hilfe zu, sobald ein grundlegender Wandel des politischen und wirtschaftlichen Systems in der DDR vorzogen wurde. Kohl legt ein "Zehn-Punkte-Programm", das zur Überwindung der Teilung Deutschland und zur Wiedervereinigung führen sollte, vor.
Zwischen 1990 und 1998 wurde Kohl von zahlreichen Universitäten die Ehrendoktorwürde verliehen (unter anderem die Universitäten von Tel Aviv, Lublin, Harvard (USA), ...).
1990 schlug Kohl sofortige Verhandlungen über eine Währungsunion mit Wirtschaftsreform vor. Anlass dazu war der nicht abreißende Übersiedlerstrom aus der DDR.
Am 10.2. ´90 trafen sich Gorbatschow und Kohl und man einigt sich, dass die UdSSR einer Wiedervereinigung Deutschlands nicht im Wege stehen wird. Die beiden Regierungschefs der DDR und der BRD einigten sich auf die Einsetzung einer Kommission zur Vorbereitung auf die Währungsunion mit Wirtschaftsreform. Man konnte sich jedoch nicht über eine Soforthilfe der BRD zur Stabilisierung der DDR, sowie die Bündniszugehörigkeit des wiedervereinigten Deutschlands einigen.
Gorbatschow sicherte Deutschland seine vollständige Souveränität zu und auch freie Wahl der Bündniszugehörigkeit.
Bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen setzte sich wieder die Christlich-liberale Koalition durch.
Am 17.1.91 kam es zur Wiederwahl Helmut Kohls als Bundeskanzler, der damit gleichzeitig der erste Regierungschef des wiedervereinigten Deutschlands wurde.
Im Februar 1993 riefen Kohl und Boris Jelzin (russischer Präsident) im gegenseitigen Briefwechsel, anlässlch des 50. Jahrestag der Beendigung der Schlacht um Stalingrad, zur Versöhnung und Partnerschaft zwischen ihren Völkern auf.
1994 beschließt die Regierung und das Parlament den Umzug nach Berlin bis spätestens zum Jahr 2000.
Am 15.11.1994 wurde Helmut Kohl zum fünften Mal zum Bundeskanzler gewählt.
Am 8./9.5.1995 wurde in Europa das Ende des Zweiten Weltkrieges gedacht. Als Zeichen der Aussöhnung mit der Vergangenheit wurden Bundespräsident Roman Herzog und Bundeskanzler Helmut Kohl zu den Feiern der Siegermächte geladen.
Am 31.10.1996 feierte Kohl sein Amtsjubiläum mit 5145 Amtstagen überholte er alle seine Vorgänger und ist bis heute der dienstälteste Kanzler.
1997 unterzeichnete Kohl und der tschechische Regierungschef Vaclav Klaus am 21. Januar die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung.
Am 17. Juni einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder im Vertrag von Amsterdam auf mehr Kooperation in der Beschäftigungs-, Außen- und Justizpolitik.
Der Bundestag stimmte am 23.4.1998 mit großer Mehrheit für die Teilnahme Deutschlands an der Europäischen Währungsunion, mit der am 1.1.1999 der Euro eingeführt werden sollte (Die Einführung des Euros verschob sich bis in Jahr 2002).
Am 27.9.1998 wurde erstmals eine amtierende Regierung bei den Bundestagswahlen abgelöst. Die SPD erreichte mit Bündnis 90/Grünen die absoluten Mehrheit. Damit endet die Ära Kohl und sein Nachfolger wurde Gerhard Schröder.
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