Roman Herzog
Kurzbiografie:
Am 5.4.1934 wurde Roman Herzog in Landshut/Bayern geboren.
Von 1953-57 studierte er Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilian-Universität München. 1957 legte er seine erste juristische Staatsprüfung und 1961 die zweite Prüfung ab.
1965-1969 war Herzog Professor für Staatsrecht und Politik an der Freien Universität Berlin.
Anschließend von ´69-72 Professor für Staatslehre und Politik an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer.
1970 Eintritt in die CDU.
1973-1978 Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund in Bonn. Anschließend zwei Jahre Minister für Kultur des Landes Baden-Württemberg.
Von 1980-1983 war Herzog Innenminister des Landes von Baden-Württemberg.
1983-1987 war er Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe.
Anschließend bis ´94 Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
In der Auseinandersetzung um die Anerkennung der polnischen Westgrenze 1990 bestätigte Herzog als Bundesverfassungsgerichtspräsident die ständige Rechtsprechung des Gerichts, wonach das Deutsche Reich 1945 nicht untergegangen sei, eine Wiedervereinigung sich aber nicht auf die Grenzen vom 31.12.´37 beziehen müsse. Herzog war der Meinung, dass nur ein Friedensvertrag für ganz Deutschland die Grenzen endgültig festlegen könnte. Dies stieß auf heftige Kritik bei Teilen der FDP und SPD. Herzog sprach sich für eine Generalüberholung des Grundgesetztes aus.
1993 konkretisierte seine Vorstellungen zur "Generalüberholung" des Grundgesetzes dahingehend, dass er unter anderem mehr Kompetenzen für die Länder forderte sowie den Umbau der Finanzverfassung und die Aufnahme von Volksabstimmungen in das Grundgesetz befürwortet. Zudem kritisierte Herzog die zunehmende Verlagerung politischer Streitthemen zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und weist auf die Gefahr hin, dass "Politik immer mehr in Karlsruhe als in Bonn gemacht werde".
Am 23.5.1994 wurde Roman Herzog Nachfolger von Richard von Weizsäcker gewählt und damit zum siebten Bundespräsidenten der Bundesrepublik.
4 Jahre später am 23.5.1999 wurde im zweiten Wahlgang Johannes Rau zum Nachfolger von Roman Herzog gewählt.
Herzog übernahm im Juli den Vorsitz des Kuratoriums der Stiftung "Brandenburger Tor" der Bankgesellschaft Berlin. Die Ende 1998 gegründete Stiftung widmet sich der Förderung von Vorhaben aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur.
weitere Informationen zur Person(externe Quelle)
politische Leistungen:
Im August ´94 reiste Herzog zum 50.Jahrestag des Warschauer Aufstandes nach Polen. Seine Rede mit der "Bitte um Vergebung" am Mahnmal des Warschauers Aufstandes wurde sowohl in Polen als auch in Deutschland einhellig gelobt.
1995 sprach sich Herzog vor dem Europäischen Parlament für die Europäische Währungsunion aus. Während der Vorbereitungen zur deutsch-tschechischen Versöhnungserklärung 1996 sprach sich Herzog deutlich gegen deutsche Ansprüche auf ehemalige deutsche Ostgebiete aus und forderte die Vertriebenen auf, das vereinigte Deutschland als Heimat zu betrachten.
1997 wurde Herzog zusammen mit dem tschechischen Präsidenten Vaclav Havel in New York als "Europäischer Staatsmann des Jahres 1997" ausgezeichnet.
Vom 31.8. bis 4.9. war Herzog als erstes Staatsoberhaupt nach der Wiedervereinigung nach Russland gereist. Auf dieser Reise hielt er eine Rede im russischen Fernsehen er war damit der erste deutsche Staatschef der im russischen Fernsehen auftrat und in seiner Rede warb er für eine engere Kooperation mit Deutschland.
1998 reiste Herzog als erstes Staatsoberhaupt der westlichen Welt nach Kirgisistan und Deutschland unterhält als einziger EU-Staat eine Botschaft in Kirgisistan. Im Juli besuchte er mit der dänischen Königin Margarethe II. die jeweiligen Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland. Herzog lobte dabei das Zusammenleben von Volksgruppen und Mehrheitsbevölkerung als musterhaft. Im Oktober erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin. Einen Monat später reiste er zum Staatsbesuch nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebieten um den Nahost-Friedensprozess zu unterstützen.
Herzogs letzter offizieller Staatsbesuch führte ihn nach Litauen und Lettland.
Am 23.5.1999 wurde Johannes Rau im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Roman Herzog gewählt.
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