Willy Brandt

Willy Brandt [1]

Kurzbiografie:


Am 18.12.1913 wird Herbert Ernst Karl Frahm (später Willy Brandt) in Lübeck geboren. Brandt wurde von seinem Großvater großzogen (seinen Vater hatte Brandt nie kennen gelernt).

1930 wird er in der SPD aufgenommen und zwei Jahre später machte er sein Abitur. Bereits unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis (1933) flüchtet Brandt über Dänemark nach Norwegen.

In Norwegen beginnt er ein Studium der Geschichte in Oslo. Nach der Beendigung des Studiums 1936 Tätigkeit als Journalist.

1938 wurde Brandt von den Nationalsozialisten die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und war ein "Staatenloser".

Nach der Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen, gerät Brandt in Gefangenschaft kann sich aber wieder nach Stockholm absetzten und erhält die norwegische Staatsbürgerschaft. 1945/46 berichtet er über die Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg und er tritt wieder in SPD ein.

Am 1.7.1948 erhält Brandt wieder die deutsche Staatsbürgerschaft und behält seinen Pseudonym "Brandt" weiter.

Von 1949-1957 und von 1965-1992 Mitglied im Bundestag. Die Jahre dazwischen war er regierender Oberbürgermeister der Stadt Berlin.

Willy Brandt tritt 1969 die Nachfolge von Ex-Kanzler Kiesinger an.

5 Jahre später am 6.5.1974 erklärt Brandt seinen Rücktritt nach der Agentenaffäre um den DDR- Spion Günter Guillaume. Brandt begründete seinen Rücktritt damit, dass ein Kanzler nicht "erpressbar" sein dürfte.

Der Nachfolger Brandt wird der SPD-Kandidat Helmut Schmidt.

1984 wird Brandt mit dem "Dritte-Welt-Preis" ausgezeichnet, ´85 erhält er den Albert-Einstein-Friedenspreis und ´86 gründet er die "Stiftung Entwicklung und Frieden".

Zu seinem 75.Geburtstag gibt Bundespräsident Weizsäcker einen großen Empfang zu dem auch andere zahlreiche ausländische Politiker erschienen.

1990 gelang es Brandt nach persönlichen Gesprächen mit dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein ca.200 Geiseln aus dem Kriegsbedrohten Irak freizubekommen.

Willy Brandts Antrag, Berlin zum neuen Regierungssitz zu machen wird im Bundestag angenommen.

Am 8.10.1992 starb Willy Brandt in Unkel am Rhein und auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf beigesetzt. Diesem Staatsakt wohnten mehr als tausend Trauergäste aus aller Welt bei.

weitere Informationen zur Person(externe Quelle)

politische Leistungen:


Aus den Bundestagswahlen 1969 wird eine sozial-liberale Koalition mit Brandt als Bundeskanzler hervor.

Am 19.3. und 21.5.1970 kommt es zum ersten Treffen zwischen den beiden Regierungschefs der geteilten deutschen Staaten (Brandt und Stoph). Brandt war bereit die DDR als Staat anzuerkennen. Die von den anderen Bundesregierungen vertretene Alleinvertretungsanspruch und die Hallsteindoktrin wurden dadurch aufgegeben.

Dieser innerdeutsche Gipfel führte zu einer Normalisierung des deutsch-deutschen Verhältnisses. Bereits kurz nach Brandts Amtsantritt bemüht sich die Regierung um Gewaltverzichtsverträge mit der Sowjetunion und Polen. Am 12.8.1970 kommt es zur Unterzeichnung des Moskauer Vertrags und am 7.12.1970 zur Unterzeichnung des Warschauer Vertrags. Noch am selben Tag kam es zum legendären Kniefall Brandts vor dem Ehrenmahl des jüdischen Ghettos in Warschau. Damit leistete er als Repräsentant des "neuen" Deutschland Abbitte für die verübten Gräuel während des "Dritten Reiches".

Für sein Engament und seine Entspannungspolitik im Osten erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.

1972 wurde Brandt bei den Bundestagswahlen erneut mit einer SPD/FDP-Koalition zum Kanzler gewählt.

Am 26.9.1973 spricht Brandt als erster deutscher Kanzler vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Brandt unterzeichnet am 11.12.1973 den Prager-Vertrag. In diesem Vertrag erklärten beide Seiten das Münchner Abkommen von 1938 (Deutschland wurde von den Westmächten, dass zum größten Teil von Deutschen gewohnten Sudetenland zugesprochen) für nichtig.

Am 6.5.1974 erklärte Brandt nach der Agentenaffäre um den DDR-Spionen Günter Guillaume überraschend seinen Rücktritt. Seine Begründung für diesen Schritt war, dass ein Kanzler nicht "erpressbar" sein dürfte.

Sein Nachfolger wurde Helmut Schmidt.



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