Richard von Weizsäcker

Ricard von Weizsäcker [1]

Kurzbiografie:


Richard von Weizsäcker wurde am 15.4.1920 in Stuttgart geboren.

Seine Jugend verbrachte er, auf Grund des Diplomatenberufes seines Vaters, in der Schweiz, Dänemark und Berlin.

1937/38 Sprachstudien und Besuch von Geschichts- und Philosophievorlesungen in Oxfort/England und Grenoble/Frankreich.

1938/39 trat er seinen Militärdienst an.

Weizsäcker war Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er war unter anderem am überfall auf Polen im September ´39 und am überfall der Sowjetunion ´41 bis zur Niederlage im Osten ´45 teil.

Im April´45 wurde Weizsäcker in Ostpreußen verwundet und war zur Zeit des Kriegsendes in Potsdam.

1945-1950 studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte in Göttingen.

1948/49 war er im Rahmen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse Hilfsverteidiger seines Vaters Ernst von Weizsäcker (arbeitete im auswärtigen Amt). Sein Vater wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Wurde aber bereits 1950 vorzeitig entlassen.

Nach seinem Referendarexamen 1950 arbeitete er drei Jahre als wissenschaftlicher Hilfskraft beim Bergbau der Mannesmann AG.

Von 1953-1958 war er den in Düsseldorf bei Mannesmann tätig.

1954 Eintritt in die CDU.

Weizsäcker wurde 1962 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Aus diesem Grund lehnte er 1965 die Kandidatur auf einen Sitz im Bundestag ab, da sich ein politisches Mandat nicht mit seiner Funktion als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages vereinbaren lies.

1969 war es dann dennoch dazu gekommen das Weizsäcker Mitglied des Deutschen Bundestages wurde und bis 1981 blieb.

Von 1971-1978 erarbeite die CDU unter seiner Leitung ein neues Grundsatzprogramm.

Er setzte sich 1972 für den Abschluss des Warschauers Vertrages.

1974 kandidierte Weizsäcker erfolglos gegen Walter Scheel für das Amt des Bundespräsidenten.

Von 1981-1984 regierender Bürgermeister von West-Berlin. Er reiste 1983 als erste Bürgermeister West-Berlins in die DDR und wurde von Erich Honecker empfangen.

1984 trat Richard von Weizsäcker die Nachfolge von Karl Carstens als Bundespräsident an.

Nach 10 Jahren trat er wieder zurück und sein Nachfolger wurde am 30.6.1994 Roman Herzog.

Im Dezember 1995 verlieh ihm die Prager Karls-Universität den Ehrendoktortitel der Rechtswissenschaften.

Im Sommer ´96 arbeitete er an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität als Professor und hielt vier öffentliche Vorlesungen zum Thema "Europäische Entspannungspolitik in Vergangenheit und Gegenwart.

weitere Informationen zur Person(externe Quelle)

politische Leistungen:


Weizsäcker sah nach eigenen Angaben seine Hauptaufgaben nicht in bloßen Repräsentationspflichten, sonder in der Begegnung mit Menschen, dabei suchte er verstärkt Kontakt zur Jugend. Auch gegenüber Randgruppen der Gesellschaft oder harten Kritikern des Staates zeigt er keine Berührungsängste.

Weizsäcker kümmerte sich besonders um die Probleme der Entwicklungsländer. Er beschäftigte sich mit der weltweiten Arbeitslosigkeit, dem Umweltschutz und der Unterbeschäftigung. Weizsäcker setzte sich für die Aussöhnung mit dem Ostblock ein, regte auch Gespräche mit der DDR an und plädierte dafür die Reformprozesse in der von Gorbatschow geführten UdSSR ernst zu nehmen.

1985 reiste er nach Jordanien, Ägypten, Finnland, Niederlande und Israel.

Am 8.5.1985, am 40. Jahrestag der Bedingungslosenkapitulation ´45 setzte Weizsäcker Zeichen für einen Verantwortungsbewussten Umgang mit der NS-Vergangenheit. Seine Rede fand im In- und Ausland große Beachtung und Anerkennung.

1986 führten ihn seine Staatsbesuche nach Elma, Bangladesch, Malaysia, Österreich, England und Norwegen.

1987 nach Argentinien, Bolivien, Guatemala, Schweiz, Griechenland und in die UdSSR. 1988 reiste er nach Mali, Nigeria, Simbabwe, Somalia, Italien, Schweden, Luxemburg und Bulgarien. 1989 gab er einen großen Empfang für den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt, anlässlich dessen 75. Geburtstags. Er würdigte Brandt als Menschen und Staatsmann von exemplarischem Format.

Am 23.5.1989 wurde Weizsäcker mit einer deutlichen Mehrheit wieder zum Bundespräsidenten gewählt.

Noch in diesem Jahr reiste er nach Spanien, Dänemark, USA und Marokko.

Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze und dem beginnenden politischen Wandel in Osteuropa mahnte Weizsäcker zur Behutsamkeit beim Zusammenwaschen von der DDR und Bundesrepublik. Am 29.6.1990 sprach er sich eindringlich für Berlin als Bundeshauptstadt aus.

Im November besuchte er zum 50. Jahrestag des deutschen Luftangriffs Coventry in England. Weitere Staatsbesuche führten ihn nach Portugal, Kanada, Malta und in die Tschechoslowakei.

1991 Auszeichnung mit dem Heinrich-Heine-Preis.

Er reiste nach Südkorea, Indien, Italien und in die Tschechische und Slowakische Republik. Im Juni ´92 räumte Weizsäcker Fehler bei der Finanzierung der deutsche Einheit ein und er verlangte die Offenlegung der Kosten des Vereinigungsprozesses. In diesem Zusammenhang warf er der "Politikerschicht vor, sie erliege einer "Machtversessenheit in Bezug auf Wahlerfolge", Politiker aller Parteien reagierten empört auf diese Anschuldigung.

In diesem Jahr reiste er nach Tansania, in die USA und nach Mexiko. 1993 verkündete Weizsäcker, dass er den wesentlichen Teil der Amtsgeschäfte ab Jahreswechsel ´93/94 von der deutschen Hauptstadt Berlin aus führen wird.

1994 reiste er nach Tunesien, in die USA, Estland, Thailand, Neuseeland, Australien, Lettland, Chile und Ecuador.

Seine letzten Staatsbesuche führten ihn in den Vatikan, nach Frankreich, England und Polen.

Am 30.6.1994 übergab Richard von Weizsäcker sein Amt an seien Nachfolger Roman Herzog.



zum Seitenanfang

zur Startseite