Telemetrie ist ein wichtiger Bestandteil der Geo-Informatik Ausbildung, die seit 2002 als wahlobligatorische Vorlesung GIS (Geographische Informationssysteme) für Informatiker an der Hochschule Mittweida angeboten wird.
Nach der Umstellung vom Diplom auf Bachelor/Master ist das Fach Geo-Informatik als Vertiefungsrichtung im Informatik Master-Kurs vorgesehen.

Unter Telemetrie wird im Geo-Informatik Umfeld allgemein drahtlose Daten-Kommunikation verstanden, die beispielsweise zur satelliten- gestützten Standortbestimmung (GPS, DGPS) und Vermessung, zum Tracking bewegter Objekte oder zum Datenbank-Zugriff genutzt wird.
Auch georeferenzierte Messwerterfassung oder der Austausch von Kurznachrichten etc. gehören zu diesem Aufgabenspektrum.

Die genannten Dienste sind im Prinzip kommerziell verfügbar. Abgesehen von den Kosten erscheint deren Einsatz für die Lehre jedoch weniger geeignet, da es sich in der Regel um abgeschlossene Systeme handelt, die dem Studierenden wenig Einblick in die Funktionsweise ermöglichen.

Hier drängen sich entsprechende AFU-Lösungen geradezu auf. Manche der genannten Techniken wurden vom AFU initiiert (DGPS, APRS) oder sind etwa als digitale Betriebsarten nutzbar, wobei sich die weltumspannende "AFU-Infrastruktur" sehr positiv bemerkbar macht.
Der Amateurfunkdienst, per definitionem für Experiment und technisch-wissenschaftliche Studien vorgesehen, bietet sich für die Telemetrie-Ausbildung in vorbildlicher Weise an und kann von Studenten, die keine AFU-Lizenz besitzen, unter dem Ausbildungsrufzeichen DN1MIT genutzt werden.
(Ein gewisser Werbeeffekt für das attraktive Hobby AFU ist nicht zufällig, sondern durchaus gewollt.)
Neuere Trends im Amateurfunk (z.B. EchoLink) lassen Informatik und AFU noch näher zusammen rücken, so dass neben der "Lizenz zum Löten" auch die Programmierung immer mehr Bedeutung gewinnt.
(Puristen seien daran erinnert, das Samuel Morses Erfindung dem Umgang mit Information dient, was ebenfalls zum Geschäft der Informatik gehört.)

Der von der Klubstation DKØMIT betriebene APRS-Server soll auch helfen, das APRS-Netz zwischen DBØMAB, DBØZWI und DBØLMM "kleinmaschiger" zu gestalten.
Die Geräte-Technik der Klubstation ist über das Intra-Net der Hochschule vernetzbar, so dass der Zugriff auf AFU-Transceiver vom Hörsaal aus möglich ist.

Die hier geschilderte Zusammenarbeit der Hochschule Mittweida mit der Klubstation DKØMIT setzt eine entsprechende Tradition seit 1924 fort. (Geschichte)

Abschliessend in diesem Zusammenhang eine Bemerkung zum Thema "Amateur":
Bei der benutzten, frei verfügbaren Amateurfunk-Software (z.B. FlexNet, Paxon, UI-View, UI-Glue, RadioMobile) handelt es sich keineswegs um amateurhafte (=dilettantische, im Sinne von stümperhafte) Produkte, sondern um durchaus professionelle Programme, die einen Vergleich mit kommerziellen Leistungen nicht zu scheuen brauchen, was ebenfalls für deren Einsatz in der Lehre spricht.

Weitere Informationen zu APRS, UI-View etc, sowie Geo-Informatik:
Prof.Dr. Rudolf Stübner, DL5CS: StuebnerHS-Mittweida.de



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Mittweida, 2011-IV-21