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Walter Bruch

WALTER BRUCH - ein Leben in Farbe

„Wir kannten seine Eigenarten und liebten ihn trotzdem!“ Robert Einsel, Patentanwalt

Walter Bruch: Erfinder, Stratege, Genie? Er brachte die Farbe in die deutschen Haushalte und verbreitete sie in der Welt.

Sein Lebenswerk – seine Geschichte:

Ob Biotechnik, Flugzeuge oder Kino - die Welt der Naturwissenschaft und Technik fasziniertden 1908 geborenen Walter Bruch bereits in seiner Jugend. Aber auf Wunsch seines Vaters geht er zunächst auf eine kaufmännische Schule und beweist in den darauf folgenden Lehrjahren sein handwerkliches Geschick als Maschinenschlosser in einer Schuhfabrik.

Im Jahr 1928 beginnt er schließlich ein Studium der Elektrotechnik am Technikum Mittweida in Sachsen und konstruiert in seiner kleinen Studentenbude, dem sogenannten "Pferdestall", bereits seine ersten technischen Geräte.

Nach erfolgreichem Studienabschluss geht Bruch als Gasthörer an die Universität in Berlin. Dort lernt er die berühmten Wissenschaftler Manfred von Ardenne und Denés von Mihály kennen, von denen er entscheidende Grundlagen für seine späteren Erfindungen erlernt.

1935 beginnt er als Ingenieur bei der Firma TELEFUNKEN in Berlin. Für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin entwickelt und bedient er selbst die große "Olympiakanone". Mit dieser Kamera realisiert er die die erste Freilicht-Live-Übertragung und macht damit erstmals auf sich aufmerksam.

Während des zweiten Weltkrieges arbeitet Bruch im Führernotprogramm in Peenemünde. Er ist für die Fernsehübertragung zur Überwachung der V2 Raketenversuche verantwortlich und lernt dort politische und technische Größen des 3. Reiches, wie Himmler und Wernher von Braun kennen. Obwohl Bruchs Vater ein überzeugter Nationalsozialist ist, schließt sich Bruch der Partei nicht an.

In den Wirren nach Kriegsende ist Walter Bruch zunächst arbeitslos. Anfang 1950 nimmt er das Stellenangebot seiner früheren Firma TELEFUNKEN in Hannover an. Für ihn ein neuer Start in Hannover mit seiner Frau Ruth und seinem Sohn Reinhard.

In den folgenden Jahren entwickelt sich die Rundfunktechnik rasant. Das Fernsehen wird zu einem Massenmedium. Die ersten Farbfernsehbilder nach dem amerikanischen NTSC-System und französischem SECAM-Verfahren werden der Welt vorgestellt. Lediglich mit dem Auftrag, die beiden bestehenden Systeme zu untersuchen, entwickelt Bruch in seinem Labor auf eigene Faust ein neues System: PAL. Im Dezember 1962 wird es zum Patent angemeldet.

1963 beginnt Bruchs Odyssee zur Verbreitung von PAL in der ganzen Welt. Auf seinen Reisen erweist er sich als geschickter Verkäufer. Mit einem Knopfdruck von Willy Brandt führt die Bundesrepublik Deutschland als erstes europäisches Land das Farbfernsehen ein: Am 25. August 1967 startet PAL und bringt Farbe in die deutschen Wohnzimmer.

Bis ins hohe Alter reist er in die verschiedensten Länder, um sein PAL-System weiter zu verbreiten. Südamerika, China, Afrika – es war nicht zuletzt sein großartiger Verdienst, dass PAL in über 60 Ländern, neben NTSC und SECAM das am weitesten verbreitete System auf der ganzen Welt ist. Als Anerkennung seiner Leistungen in der Fernsehtechnik erhält Bruch eine Vielzahl von Auszeichnungen und Preisen - unter anderem das Bundesverdienstkreuz, die Goldene Kamera und den Eduard-Rhein-Ring.

Auch nach seiner Pensionierung bei TELEFUNKEN im Jahr 1978 engagiert Bruch sich weiter für die Entwicklung der Fernsehtechnik. Den 1976 übernommenen Vorsitz der Eduard-Rhein-Stiftung gibt er erst 1986 aus gesundheitlichen Gründen ab.

Im Alter von 82 Jahren stirbt Walter Bruch in Hannover.

Nach seinem Tod setzt sich sein Sohn Reinhard Bruch für das Andenken und Vermächtnis seines Vaters ein. So übergab er im Mai 2003 das Privatarchiv mit zum Teil unveröffentlichtem Archivmaterial wie Fotos, Dokumente und Tagebücher an die Hochschule Mittweida.